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Life einen Farmaufbau mitverfolgen
Tagebuch
Das Tagebuch wird wöchentlich aktualisiert. Ziel des Tagebuches ist es, jedem Interessierten einen
realistischen Einblick in den Aufbau einer neuen Existenz in Russland zu geben.
Wir wollen Mut machen den Schritt in eine neue Existenz zu wagen, aber auch helfen Fehler zu vermeiden.
Fünfte Woche Juni 2006
In einigen Tagen werden wir der Bitte um Fotos endlich nachkommen. Allerdings, es sind
Fotos von Jungtieren. Die Umgebung gibt noch nichts publikationswürdiges her. Wie immer wenn
wir Aufnahmen machen wollten, regnet es garantiert an diesem Tag, so natürlich auch gestern. Wir
haben die ersten Tiere, weisse Hässchen mit einem frustrierten Rammler, nett durch eine Wand von den
Damen getrennt.
Vierte Woche Juni 2006
Heute möchten wir es kurz machen, weil am Donnerstag die geliebte Dogge von unserer Projektmanagerin
im Alter von 5 Jahren wegen mangelndem Wissen von Tieraerzten gestorben ist. Wer die Deutsche Dogge und ihr freundliches Wesen kennt,
versteht vielleicht den Schmerz! Susi hat unsere Projektmanagerin immer und überall freudig begleitet.
Dritte Woche Juni 2006
Nun zeichnet sich eine Lösung ab, bei der Frage wieviel kostet ein Transformator. Einfach selber alles Material kaufen
(ersparnis 70 Prozent) und die Arbeiter vom Monopolisten nehmen. Endlich, ein neues Bankkonto ist in Sicht.
Der Versuch als Firma das Bankkonto zu wechseln, erzeugt vorallem etwas, viel Papier. Zudem, man ist automatisch verdaechtig.
Kundenservice ist halt so eine Sache. Dafür wird Privatpersonen Kreditkarten sprichwörtlich in den Po geschoben.
Zweite Woche Juni 2006
Nun beginnt der Kampf mit dem Strommonopolistin. Nachdem bis jetzt alles zierlich und manierlich war,
geht es jetzt um die Frage wieviel Geld soll man für seinen Stromanschluss zahlen. Firmen die diesen
Anschluss legen sollen, arbeiten mit einer Lizenz eben dieses Monopolisten. Einst gab es für die Farm
einen eigenen Transformator. Der wurde aber schon vor vielen Jahren geklaut. Nun ist entweder ein neuer Transformator
fällig oder einfach die Farm muss ans Dorf angeschlossen werden. Die erste Offerte sollte alleine die Arbeit
dem Preis für einem Schweizer Elektriker entsprechen. Wären die Preise wirklich so hoch, wäre ganz Russland
von Beruf Elektriker. Der Dorfanschluss würde zur Not reichen, nun gilt es dies auch durchzusetzen, den
natürlich möchte man gerne ein wenig die Kuh melken, die da auf der Wiese steht. Wenn der Anschluss aber doppelt
soviel als die Farm selber kostet, sollten die Leute wirklich nochmals über ihre Bücher.
Erste Woche Juni 2006
Ein Land in dem viele Leute wenig verdienen und niemand Alkoholiker beschäftigt. Unserem Angebot für
Weidepfähle pro Stück zu bezahlen, hat aber diese Leute auch nicht zum Arbeiten motiviert. So müssen wir
Pfähle beim örtlichen Schreiner bestellen. Leider eignen sich Eisenbahschwellen nicht, viele unserer
Tiersorten knabbern und die Schwellen enthalten Blei. Das Brachland wird gerodet und die Verwaldung
zurückgedrängt. Andere Mitarbeiter sind mit den riesigen Torflügeln beschäftigt, die rekonstruriert werden müssen.
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